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Neujahrsansprache des Gemeindepräsidenten anlässlich des Neujahrsapéros vom 4. Januar 2026

7. Januar 2026


Sehr geehrte Einwohnerinnen und Einwohner von Egerkingen

Geschätzte Gäste

Liebe Kinder und ganz besonders liebe Sternsinger


Ich heisse Sie alle ganz herzlich willkommen zu unserem Neujahrsapéro. Es ist eine schöne Tradition, dass wir heute zusammenkommen dürfen, um auf das neue Jahr anzustossen.

Stellen wir uns für einen kurzen Moment vor, dass es gar keine Weihnacht und kein Neujahrsfest gäbe. Die Zeit am Ende des Jahres wäre leer und geprägt von den immer gleichen Sorgen des Alltags, wie während der anderen Tage im Jahr auch. Was würde nicht alles fehlen: Der Lichterganz der Kerzen und der Weihnachtsbeleuchtungen, die uralten Weihnachtslieder, welche unsere Herzen erwärmen, die liebevoll ausgesuchten Geschenke, die erwartungsvollen Kinderaugen, die Weihnachtsguetzli, die Ruhe und die erholsamen Freitage am Jahresende.

Es sind aber nicht nur diese schönen Bräuche und Rituale, welche uns diese Zeit so wichtig machen. Es ist vor allem die Botschaft: In der Dunkelheit erstrahlt ein Licht.

Und für Dunkelheit können wir all das einsetzen, was jeden einzelnen von uns bedrückt: eine Krankheit, der Verlust eines nahen Menschen, Einsamkeit, die Angst um den Arbeitsplatz, die Sorge um die Zukunft unserer Kinder oder auch das, was uns als Gemeinschaft Angst macht: die Krisen und Kriege in der Welt, die Belastungen unseres Lebensraums Natur oder die Unsicherheiten in der Zukunft. Ganz sicher gehören zu dieser Dunkelheit auch schreckliche Katastrophen, wie der zerstörerische Bergsturz in Blatten im Wallis im letzten Frühling und das Brandinferno in Crans-Montana in der Silvesternacht mit den vielen toten und verletzten jungen Menschen.

Und für das Licht können wir all das einsetzen, was uns trotz allem immer wieder Hoffnung gibt: das, was uns stärkt und uns Lebensfreude und Mut gibt. Die Gemeinschaft in vielen Formen - in der Familie, in der Nachbarschaft, in den Vereinen und auch in unserer politischen Gemeinde Egerkingen. Die Erfahrung, willkommen und angenommen zu sein. Das Engagement von vielen Freiwilligen, welche Zeit, Energie und Herzblut investieren, um unser Umfeld freundlicher und menschlicher zu machen. Unsere Gemeinde lebt von Menschen, die mitdenken, mitgestalten und mittragen. Von jungen Menschen mit Ideen, von Familien, welche hier ihre Wurzeln schlagen und von älteren Generationen, die Erfahrung und Stabilität einbringen.

Weil die zentrale Botschaft ist, dass das Licht in der Dunkelheit erstrahlt, freuen wir uns so sehr über die ruhige Zeit am Jahresende. Sie macht unser Leben erwartungsvoller, froher, wärmer und zuversichtlicher. Mit dieser Zuversicht gewinnen wir wieder die Kraft, uns im neuen Jahr für unsere Welt und unsere Mitmenschen einzusetzen. Das gilt für unsere private und berufliche Situation, aber auch für die Politik in unserem Dorf und die vielen Initiativen in unserer Dorfgemeinschaft.

Ich hoffe sehr, dass Sie die hinter uns liegende, ruhigere Jahreszeit genutzt haben, um Ihre Batterien aufzuladen und neue Zuversicht zu gewinnen. Zuversicht zeigt sich nicht nur in grossen Gesten, sondern vor allem im Alltag. Sie zeigt sich, wenn Kinder am Morgen lachend in die Schule gehen, wenn Vereine Nachwuchs finden, wenn Betriebe Arbeitsstellen und insbesondere Ausbildungsplätze schaffen, wenn Nachbarn füreinander da sind, wenn wir einander zuhören – auch bei unterschiedlichen Meinungen –, wenn wir sachlich diskutieren und respektvoll bleiben und wenn wir gemeinsam nach Lösungen suchen.

All das sind keine Schlagzeilen, sondern Bausteine einer starken Gemeinschaft und Gemeinde.

Als Gemeindepräsident habe ich in Gesprächen und Begegnungen gespürt, dass Egerkingen voller Kraft und Ideen steckt. Wir wollen eine starke Gemeinde sein, welche die Zukunft mit viel Zuversicht angeht.

Das neue Jahr wird uns neue Aufgaben bringen. Neue Projekte. Neue Entscheidungen. Wahrscheinlich auch neue Unsicherheiten. Aber ich bin überzeugt: Egerkingen ist gut gerüstet. Nicht, weil wir alles wissen. Nicht, weil wir alles kontrollieren können. Sondern weil wir eine Gemeinschaft sind, die zusammensteht und Rücksicht aufeinander nimmt.

Ich wünsche mir für das neue Jahr, dass wir uns diese Zuversicht bewahren können. Dass wir das Positive sehen, ohne die Schwierigkeiten zu verdrängen. Dass wir Mut haben, Verantwortung zu übernehmen – im Grossen wie im Kleinen. Und dass wir uns immer daran erinnern, was wirklich zählt: dass wir uns gegenseitig Licht geben, um die Dunkelheit in den Hintergrund zu drängen, und dass wir respektvoll miteinander umgehen. Nicht jede Entscheidung ist für alle gleich angenehm. Aber jede Entscheidung gewinnt an Qualität, wenn sie getragen ist von gegenseitiger Achtung, Vernunft und Toleranz.

Liebe Egerkingerinnen und Egerkinger

Die Sternsinger haben mit einem ersten Lied und ihren Segenswünschen das neue Jahr auf besondere Weise willkommen geheissen. Sie erinnern uns daran, dass wir auch mit kleinen Gesten Wirkung erzielen können. Dieses Jahr sammeln die Sternsinger für das Projekt «Schule statt Fabrik in Bangladesch». Ich kann Ihnen dieses Projekt empfehlen, und ich bedanke mich bei den Sternsingern ganz herzlich für ihren Einsatz. Gerne bedanke ich mich auch beim Verein Aktives Alter, welcher wiederum Speis und Trank für unseren Neujahrsapéro bereitgestellt hat. Ebenfalls danke ich den Mitarbeitenden des Werkdienstes für die Bereitstellung der Feuerschalen und technischen Unterstützung.

Zum Schluss danke ich Ihnen, geschätzte Anwesende, für Ihre Teilnahme, für Ihr Vertrauen und für Ihren Beitrag zu unserer Gemeinschaft.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein gesundes, friedliches und zuversichtliches neues Jahr.

Ein Hoch auf unser Egerkingen!

Bernhard Studer, Gemeindepräsident